Kemal-Info

Hier findet Du Informationen über meinen Atari-Werdegang.

Der erste Kontakt

Irgendwann bekam ich zu Weihnachten ein Atari VCS geschenkt. Dabei war die Kassette Space Invaders und Asteroids. Das führte zuerst einmal zu Tage- und Nächtelangen Heizereien, zusammen mit meinem Bruder Mark. Dieser hatte ein paar Freunde, und einer davon kaufte irgendwann einen Atari 400. Als er die ersten Experimente mit selbstgeschriebenen Programmen machte, packte mich das Fieber. Ich wollte unbedingt so ein Ding haben! Das war natürlich damals unerschwinglich teuer und so nervte ich meine Mutter solange, bis sie mir das Ding von El Oualid, das war der Freund meines Bruders, abkaufte. Der wiederum stieg auf einen 800er auf.

Programmierversuche

Nun ging es also los. Nachdem ich das Basic-Lehrbuch innerhalb einer Woche durchgeacktert hatte, fing ich an, die ersten kleinen Spiele mit bewegter Blockgrafik zu programmieren. Da zu dieser Zeit in verschiedenen Kaufhäusern im Ort Videospielautomaten standen, mangelte es nicht an Ideen. Lady Bug hatte es mir besonders angetan, natürlich auch Donkey Kong. Nachdem mich dann ein anderer Freund, Christian Griesbeck, dazu überredete, einmal Zeichensatzdefinition zu probieren, wurde aus meinem ersten Pacman-Game, das vorher noch mir Kleiner- und Istgleich-Zeichen mampfte, eine richtige Figur. Klar, daß das Ganze damals ultralahm und ultralang war. Aber der Anfang war gemacht.

Ein anderes meiner ersten Spiele war "Super Gnom", eine Art Donkey Kong Variante, zum Erbrechen langsam, total fies und frustrierend, aber irgendwie kultig.

Die erste Veröffentlichung

Da gab es doch plötzlich diese Zeitschrift, Telematch. Da wurden immer die neuesten Spiele vorgestellt, mit tollen Bildschirmfotos. Und in einer Ausgabe wurde ein Spielhallenspiel beschrieben, bei dem ein kleiner Waschbär Obst fressen mußte. Ponpoko hieß das Ding, und ich habe das Original nie zu Gesicht bekommen. Trotzdem machte ich mich daran, dieses Spiel für den Atari zu programmieren. Damals noch mit einer Datasette! Das Werk gelang unter dem Namen "Gulp" und wurde auch gleich an die Zeitschrift geschickt. Und siehe da, die riefen mich später an und wollten es abdrucken! Da staunte ich nicht schlecht, zumal eine für damalige Verhältnisse wahnsinnige Summe geboten wurde! Das war 1983.

Die Zeitschriften-Ära

So nach und nach schossen die Zeitschriften wie Pilze aus dem Boden. Da gab es Computronic, Homecomputer, CPU, Mein Homecomputer, Computer Kontakt, Happy Computer - und alle veröffentlichten Listings. Auf diese Weise konnte ich meine Games gut unterbringen. Neue Ideen gab es genug, und zwar aus diversen Englischen und Amerikanischen Zeitschriften.

Der Musiker

Da ich auch Musiker bin, versuchte ich natürlich schon immer, Musik auf dem Atari umzusetzen. Nachdem ich in "Mule" ein Beispiel für besondere Klänge entdeckt hatte, gelang es mir, für damalige Verhältnisse geniale Musiken zu programmieren. Auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin schritt ich dann zum Atari Stand und legte meine Musiken ein. Da staunten plötzlich alle und ich hatte einen Vertrag mit Atari in der Tasche. Verschiedene meiner Musiken wurden in Atari-Games eingebaut. Das ging so weiter, bis Atari in Hamburg dann aufgelöst wurde. Danach programmierte ich Musiken für ZONG und die KE-SOFT Vollpreisspiele.

Eigene Veröffentlichungen

Doch auch diese schöne Zeit war irgendwann vorbei, als nämlich die Zeitschriften so nach und nach alle eingestellt wurden. Spiele waren nur noch Professionell und wurden in Zeitschriften nur noch vorgestellt. Mir war es schon immer zu aufwendig, Assembler zu lernen. Ich hatte keine Lust, an der Entwicklung eines Spieles zwei Jahre lang zu sitzen. Ich hatte es immer geschafft, in Basic oder später auch Turbobasic Spiele mit annehmbarer Geschwindigkeit zu schreiben. Und so sollte es auch bleiben. Also mußte ein neuer Vertriebsweg gesucht werden. Dieser war auch bald gefunden: Public-Domain Software. Diese wurde dann sogar auch in ASM vorgestellt. Der Nachteil war allerdings, daß diese Software frei kopiert werden durfte und somit keine einträgliche Einnahmequelle war. Also wurden die PD-Disks eben in LB-Disks umgewandelt - Low-Budget Disks, also Disketten zu einem sehr günstigen Preis, aber nicht frei kopierbar. Das funktionierte besser. Inzwischen hatte ich auch einen "Mitarbeiter" gefunden, nämlich Marc Becker. Er interessierte sich auch für Computerspiele und so entwickelten wir bald zusammen die Zeitschrift "ZONG", zunächst noch als Diskettenmagazin. Inzwischen war es 1989 und die Firma KE-SOFT wurde gegründet. ZONG wurde bald zu einer richtigen Zeitschrift, zeitweise sogar die EINZIGE Atari 8-Bit Zeitschrift in Deutschland. Vollpreisspiele wurden entwickelt und der Kundenstamm erweiterte sich.

Game Over

Natürlich konnte auch das nicht immer so weiter gehen. Atari war ja klar auf dem absteigenden Ast. So wurde 1996 auch die Zeitschrift ZONG eingestellt, der Versandhandel mit Atari 8-Bit bald darauf ebenfalls. Es folgten lange Jahre der Ruhe - in Bezug auf Computerspiele. Bis ich 2000 einen Mac kaufte und dort die Programmiersprache METAL entdeckte. Eine Art Basic, aber irre schnell und mit Unterstützung von Quicktime, Soundsamples, Sprites und allem, was das Programmiererherz begehrt. Das Resulat sind neue Spiele für Macintosh, viele davon entstehen aus alten Atari-Spielen. Auf diese Weise lebt der Atari doch noch weiter. Amen.

Neues Erwachen

Nachdem ich nun von 1996 bis 2000 nichts mehr programmiert hatte, ich hatte auch irgendwie die Nase voll davon, habe ich Anfang 2001 für den Mac die Programmiersprache METAL entdeckt. Ideal zur Entwicklung von Spielen, habe ich mich gleich daran gemacht. Und so entstehen nun neue Umsetzungen der alten Atari-Spiele für den Mac. Wer einen hat, darf sich daran erfreuen. www.macyunsoft.de